stolpersteine würzburg (1)

würzburg, st. benediktstrasse 4: max kleemann, lore kleemann, ernst michael schulhöfer, ida schulhöfer (juden)

stolpersteine würzburg: st. benediktstrasse 4
nahaufnahme

stolpersteine würzburg: st. benediktstrasse 4
umgebung

max kleemann (jg. 1887):
deportiert riga, ermordet 26.03.1942

lore suse kleemann (jg. 1924):
deportiert riga, ermordet 26.03.1942

ernst michael schulhöfer (jg. 1904):
deportiert, ermordet in auschwitz

ida schulhöfer geb. eichenberg (jg. 1873):
deportiert theresienstadt, ermordet 14.03.1944

«max kleemann besuchte zunächst die volksschule in werneck, ab 1902 dann die realschule (institut adam) in würzburg. 1911 übernahm er zusammen mit seinem bruder gustav die 1905 gegründete väterliche pferde- und futtermittelhandlung. kleemann war mitglied im reichsbanner schwarz-rot-gold, im reichsbund jüdischer frontsoldaten und engagierte sich im jüdischen turn- und sportverein, in der gesellschaft casino und im jüdischen schulverein. bei einem autounfall 1931 erlitt er eine schwere rückenmarksverletzung und war zuletzt fast vollständig gelähmt. als kriegsteilnehmer (1914-1918) wurde er mehrfach ausgezeichnet und erhielt noch am 20.02.1935 das ehrenkreuz für frontteilnehmer. trotz intensiver bemühungen scheiterte die auswanderung. zusammen mit seiner tochter lore wurde max kleemann am 27.11.1941 nach riga und von dort aus ins lager jungfernhof deportiert. bei der ankunft im lager fehlten drei menschen aus dem transport. der lagerkommandat forderte max kleemann auf, geiseln zu benennen. kleemann weigerte sich. diese haltung imponierte dem kommandanten so, dass er max kleemann zum lagerältesten ernannte. am 26.03.1942 sollte max kleemann wie der grösste teil der lagerhäftlinge angeblich in ein lager mit besseren lebens- und arbeitsbedingungen verlegt werden. in wirklichkeit wurden er und rund 1.700 mithäftlinge in einem nahegelegen waldstück ermordet.» (quelle)

«lore kleemann arbeitete nach dem besuch der jüdischen volks- und berufsschule als haushaltshilfe. am 27.11.1941 wurde sie mit ihrem gelähmten vater max nach riga und von dort aus ins lager jungfernhof deportiert. am 26.03.1942 sollte der vater in ein anderes lager verlegt werden. nach eindringlichen bitten erhielt sie schliesslich die erlaubnis, ihn zu begleiten. ziel des transports war jedoch kein anderes lager, sondern eine nahegelegenes waldstück. dort wurde lore kleemann noch am selben tag zusammen mit rund 1.700 anderen opfern ermordet.» (quelle)

«ernst michael schulhöfer besuchte die oberrealschule in würzburg und ging nach dem abschluss der schule nach düsseldorf. von dort wanderte er 1926 nach antwerpen aus. im mai 1940 wurde er dort interniert und im oktober 1940 zunächst in das südfranzösische lager st. cyprien und dann nach gurs deportiert. von dort scheint er nach auschwitz überstellt worden zu sein, wo er ermordet wurde.» (quelle)

«ida schulhöfer war die witwe von salomon schulhöfer (1865-1939), der als nahrungsmittelchemiker an der landwirtschaftlichen kreisversuchsanstalt würzburg vom assistenten bis zum direktor der anstalt aufgestiegen war und der 1907-1912 an der israelitischen lehrerbildungsanstalt (ilba) als fachlehrer tätig gewesen war. ida schulhöfer hatte bis 1893 in adelebsen gewohnt, danach, bis zur heirat im Jahre 1899, bei einer Tante in marktbreit. sie war hausfrau und mitglied im jüdischen kulturbund. im januar 1941 wurde sie von der gestapo verhört und verwarnt, weil sie versuchte, über die israelitische religionsgesellschaft in basel den kontakt mit ihrem nach südfrankreich deportierten sohn aufrecht zu erhalten und die «frankfurter zeitung» für ihn zu abonnieren. sie wurde im oktober 1941 in das jüdische altersheim in der konradstraße 3 eingewiesen und am 23. september 1942 nach theresienstadt deportiert, wo sie am 14. märz 1944 starb.» (quelle)






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